Ilhan Radetinac ist Gründer und Editor von Avangarda, Autor, Forscher und dokumentarischer Erzähler aus Novi Pazar. Seine Arbeit bewegt sich zwischen Menschenrechten, Übergangsjustiz, Umweltgerechtigkeit, öffentlicher Politik und Medien, mit besonderem Fokus auf den Balkan und lokale Gemeinschaften, die oft außerhalb des dominierenden politischen und medialen Rahmens bleiben.

Er studierte Kommunikation und Public Relations an der International Balkan University in Skopje und absolvierte anschließend einen Master in Demokratie und Menschenrechten im gemeinsamen Programm der Universität Sarajevo und der Universität Bologna. Diesen akademischen Hintergrund verbindet er mit Feldforschung, Dokumentation und dem Erzählen gesellschaftlicher Prozesse, die sich nicht nur durch Institutionen verstehen lassen, sondern auch durch das Leben der Menschen, die direkt von ihnen betroffen sind.

Er arbeitete mit dem Humanitarian Law Center Kosovo zu Fragen der Übergangsjustiz, der Dokumentation von Menschenrechtsverletzungen und der Auseinandersetzung mit der Vergangenheit. Über den Global Campus of Human Rights entwickelte er das Dokumentarprojekt “The Story of Rogozna: The Disappearing Mountain”, eine Geschichte über Umweltzerstörung, lokale Gemeinschaften und eine Landschaft, die still verschwindet, fernab öffentlicher Aufmerksamkeit. Seine Arbeit verbindet Forschung, Film, Schreiben und öffentliches Engagement, ohne komplexe Themen auf einfache Parolen zu reduzieren.

Mit Avangarda baut er einen Raum für Artikel, Analysen, dokumentarische Geschichten und öffentliches Gedächtnis auf. Für ihn sind Menschenrechte keine dekorative Sprache der Institutionen, sondern eine Frage von Macht, Würde, Verantwortung und davon, wer gesehen, gehört und geschützt wird.