Nemanja Janjić ist KI- und Machine-Learning-Ingenieur mit einem akademischen Hintergrund in Informatik an der Fakultät für Elektrotechnik der Universität Niš. Seit mehreren Jahren entwickelt und implementiert er Systeme in den Bereichen maschinelles Lernen, natürliche Sprachverarbeitung, große Sprachmodelle, Computer Vision und MLOps-Infrastrukturen. Berufliche Stationen umfassen unter anderem Zucchabar, Synechron und CompStak, wo er Forschung, Engineering und produktive KI-Systeme miteinander verband und Verantwortung für ein Data-Science-Team übernahm.
Zu seiner technischen Arbeit gehören Dokumentenverarbeitung, OCR, Empfehlungssysteme, Textklassifikation, LLM-Anwendungen, multimodale KI sowie Infrastruktur für Entwicklung und Betrieb von Machine-Learning-Modellen. Als Mitgründer des studentischen Cognitive-AI-Clubs beteiligte er sich zudem an der Ausbildung jüngerer Mitglieder und an Projekten, die maschinelles Lernen mit visueller Kunst verbanden.
Parallel zu seiner technologischen Laufbahn arbeitet er kontinuierlich im Kulturbereich. Er war Teil des kuratorischen Teams der Ausstellung „Fake Banksy – Real Message“, die in mehreren serbischen Städten als kostenloses Gegenmodell zu kommerziellen Banksy-Ausstellungen gezeigt wurde und Fragen nach Kunst, Autorenschaft und Kommerzialisierung aufgriff. Darüber hinaus produziert er eine Videoserie über serbische bildende Künstler und kulturelles Erbe, veröffentlichte eine Kurzgeschichte in limitierter Printauflage und wirkte an einem Kurzfilm über Couchsurfing, Solidarität und zwischenmenschliche Verbindungen mit.
Sein Interesse an Technologie ist zugleich mit demokratischen Prozessen verbunden. Seine Abschlussarbeit über den Einsatz von Blockchain-Technologie in Wahlprozessen wurde als beste Abschlussarbeit seines Jahrgangs ausgezeichnet. Darüber hinaus engagierte er sich in Wahlbeobachtung, studentischer Selbstverwaltung und zivilgesellschaftlichen Initiativen wie „Liberté, égalité, fraternité“, die sich gegen Hassgraffiti richtete.
Bei Avangarda interessiert ihn besonders der Punkt, an dem Technologie keine rein technische Frage mehr ist: Wer kontrolliert die Systeme, die wir nutzen, wie Algorithmen Gesellschaft prägen, wie Digitalisierung politische Teilhabe verändert und wie Kunst kommerzielle und institutionelle Strukturen hinterfragen kann.